Nachwirkungen aus Begegnungen über die Zeit
Hommage
Renata Bonnets Denken, ihr Wirken und ihre Werke sind geprägt von ihrer weit und tief ausspannenden „Philosophie“, die sie schon früh, ab den 1990er Jahren formuliert hat und denen sie als sinnliche Erkenntnis in ihrer „Creative Concepts“ Agentur und ihren künstlerischen Arbeiten in Wachs über Jahrzehnte hinweg Gestalt gab.
„Zivilisationsgymnastik“
Das ist ein Kern dieser Philosophie. Sie hat ihre „Glaubenssätze“, wie Menschen quasi auf Augenhöhe miteinander leben sollten und wie sie im Rückbezug auf ihre kulturellen Wurzeln, bis hin zum Wissen ihrer Frühgeschichte die für unser heutiges Leben „nachhaltigen“ Prinzipien schöpfen können in Texten und auch in den hier gezeigten „Zivilisationsgymnastik-Wachstafeln zu ziviliationsgerechten Umgang zum Ausdruck gebracht. Dies machte sie in besonderem Maße zur Vorreiterin für eine Haltung, die heute als überlebenswichtig in der Breite angekommen ist.
Ihr teleskopartiges Eingehen selbst auf schlichte Alltagssituationen und die persönliche Nähe, die diese Situationen aufschlossen, machten durchlässig für das, was Leben und Miteinander ausmacht. Als eine Art Umgangs-Kunstform dieser „Gymnastik“ wurden sie zu einer Art Markenzeichen von ihr und in künstlerischen Raum-Installationen zur eigenständigen Kunstform.
„Über Grenzen hinweg aus derselben Quelle schöpfen“
Aus Arbeit und Liebe heraus entfaltete sie das Konzept der „Netzverbindungen“. Ihre Ikonografie zeigt die archaischen und archetypischen Bedeutungsfelder von Netzverbindungen an den Wurzeln unserer Zivilisation, den Sehnsüchten und Träumen, die die Menschheit von jeher bewegt haben.
Als eine Vielgereiste und Viel-Umgezogene – Guadeloupe, USA, Frankreich, Marokko, Deutschland – die dieses Können und Wissen auch in den vielen Begegnungen mit den Menschen dieser Kulturen in ihren Werken verdichtet.
So wurde es zu einer Art Quintessenz der vielfältigen Wege, Quellen und Anstrengungen auf ihrem Weg.
Renata Bonnet war eine Erfinderin mit Worten, die diese in den Dienst wohltätiger oder umweltachtender Unternehmen stellte – so für Livos: spärliches gegen üppiges Kresse-Wachstum als sinnliche Metapher dieser Haltung. Später in ihren raumgreifenden Wachsinstallationen und den Bezug zu den idealtypischen Ressourcenzyklen der Bienen.





